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"Zweite" mit Befreiungsschlag gegen den TSV Ansbach

Hilpoltstein (mu) – Die zweite Herrenmannschaft des TV Hilpoltstein hat den dringend benötigten Befreiungsschlag im Abstiegskampf der Tischtennis-Bayernliga gelandet. Am Samstagabend bezwang sie im mittelfränkischen Derby den TSV Ansbach, überraschend deutlich mit 9:3. Dringend benötigt war der Befreiungsschlag zum einen für das Punktekonto, den bei drei Zählern Rückstand auf den Gast wäre dieser dem TV-Express mit einem Erfolg in Hilpoltstein bereits auf fünf Zähler enteilt. Zum anderen war er natürlich dringend erforderlich für die eigene Psyche, hatte man doch viel zu selten den Lohn für starke Leistungen erhalten. Zudem war der Erfolg erforderlich gewesen, da mit Regenstauf ein weiterer direkter Konkurrent zwei unerwartete Zähler gegen Topteam Effeltrich geholt hatte, wie direkt nach Spielende bekannt wurde. Dadurch verpasste man zwar den Sprung auf einen Nicht-Abstiegsplatz, ließ aber die untere Tabellenhälfte noch enger zusammen rutschen.

Nachdem man beim 8:8-Hinrundenduell bei den Bezirkshauptstädtern gleich alle drei Eingangsdoppel verloren hatte, hatten sich die Gastgeber eine überraschende Doppelaufstellung überlegt, inspiriert vom Mut der „Jungen Wilden“ Manuel Hoffmann und Christian Maag. Diese spielten diesmal auf Doppel zwei, während Péter Petrovics und Rainer Frisch das Spitzenduo bildeten. Und dieses Umstellen der etatmäßigen Doppel – ein taktischer Coup, der in Hilpoltstein traditionell sehr selten angewandt wird – sollte sich als der erste Knackpunkt des Spiels erweisen. Denn sowohl Petrovics/Frisch (3:2 gegen Komenda/Reiß) als auch Hoffmann/Maag (3:1 gegen Berr/Welt) gewannen ihre Auftaktbegegnungen, sodass die eingeplante Niederlage von Seitz/Mulack gegen Lengerov/Besser kaum jemanden störte.

Einmal mehr Verlass war auf Hilpoltsteins Frontmann Péter Petrovics, als dieser sich für seine Vorrundenniederlage gegen Lengerov mit einer beeindruckenden 3:0-Klatsche revanchierte. Hätte Manuel Hoffmann nach toller kämpferischer Vorstellung gegen Komenda nicht nur einen 0:2-Satzrückstand egalisiert und im vierten Durchgang einen Matchball abgewehrt, sondern auch im letzten Satz noch etwas zusetzen können gegen seinen tschechischen Kontrahenten, wäre Hilpoltstein noch deutlicher in Führung gegangen als 3:2. Christian Maag hatte im Anschluss einigen Mühen mit seinem sehr sicheren Gegner Reiß. In den entscheidenden Momenten war allerdings Verlass auf die harte Vorhand des Linkshänders im TV-Dress, sodass er knapp mit 3:1 die Oberhand behielt. Derweil kam es am Nachbartisch zu einem äußerst reizvollen Duell, stand sich mit Florian Seitz und dem Ex-Hilpoltsteiner Philipp Berr doch das etatmäßige hintere Paarkreuz der Saison gegenüber, in der die erste Mannschaft erstmalig den Sprung aus der Regionalliga in die zweite Bundesliga geschafft hatte. Hier bestätigte der Ansbacher Youngster eindrucksvoll, warum er einst als eines der größten deutschen Nachwuchstalente gegolten hatte: nach dem ersten Satz ließ er Seitz überhaupt keine Chance mehr: Spielstand 4:3.

Der nächste Knackpunkt des Spiels folgte nun im hinteren Paarkreuz: zunächst war der Jubel riesig im Hilpoltsteiner Lager, als Teamroutinier Rainer Frisch vor neuer Rekordkulisse gegen Besser sein erstes Rückrundeneinzel gewinnen konnte und sich das gesamte Team überschwänglich mit ihm freute. Kapitän Tobias Mulack wollte ihm in nichts nachstehen und bestätigte mit einem überzeugenden 3:1-Erfolg gegen den jungen Welt seine derzeit starke Verfassung. Dadurch bauten die Hausherren ihre Führung auf 6:3 aus und sollten sich auch in der Folge nicht mehr stoppen lassen. Ein bemerkenswert starker Péter Petrovics spielte mit dem starken Komenda Katz und Maus und ließ auch diesem keinen Satzgewinn, während Youngster Manuel Hoffmann sich mit einer sensationellen Leistung über den Bulgaren Lengerov eindrucksvoll aus seinem kleinen Leistungsloch spielte, sodass Christian Maag vor den Augen des begeisterten Publikums den 9:3-Siegpunkt setzen konnte. Wieder einmal demonstrierte die TV-Truppe ihren tollen Teamgeist, beispielsweise durch Uli Eckert: der Noppenspezialist, der nächstes Wochenende aktiv ins Geschehen eingreifen wird, war extra als Coach angereist und hatte durch clevere taktische Tipps auch einen großen Anteil am verdienten Erfolg.


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