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Überraschung nicht ausgeschlossen

Hilpoltstein (bb) – Hat der TV Hilpoltstein beim Post SV Mühlhausen, dem schon feststehenden Meister der 2. Tischtennis-Bundesliga Süd, eine Chance? Normalerweise nicht, wie die Vorrunde zeigte: 4:9 hieß es zu Beginn der Saison, nur Alexander Flemming und Nico Christ (im Einzel und zusammen im Doppel) sowie Christoph Schmidl gewannen ihre Spiele.


Christoph SchmiedlDennoch fahren die Mittelfranken am Sonntag nicht ganz ohne Hoffnung zum thüringischen Traditionsverein, der bereits seinen Aufstieg in die 1. Bundesliga angekündigt hat. Den wollen sie Gerüchten zufolge ohne ihre Nr. 1, den exzentrischen vielfachen lettischen Meister Matis Burgis, angehen. Schon beim letzten Spiel gegen Grenzau hat der umstrittene Star mit seiner Erfolgsbilanz von 20:8 Siegen gefehlt. Wenn er auch gegen Hilpoltstein nicht dabei ist, könnte es durchaus eng werden.


Allerdings sind die Thüringer Postler, schon zu DDR-Zeiten eine Tischtennis-Legende, auch hinter Burgis stark besetzt. Michal Bardon (SLO) mit 19:11 vorne sowie Bohumil Vozicky (CZE) mit 21:6 und Petr David (CZE) mit 18:6 Siegen in der Mitte zeigten der Konkurrenz erneut, dass hinter Timo Boll und Co kaum deutsch gesprochen wird. Da tut sich der nur mit deutschen Spielern besetzte TV Hilpoltstein natürlich hart, zumal im hinteren Paarkreuz der Thüringer mit Jindrich Pansky (13:6) noch ein tschechischer Altstar als Vizeweltmeister im Doppel (mit Milan Orlowski) aufläuft. Als einzigen deutschen Spieler präsentiert der Meister Erik Schreyer, 24. Der aus den neuen Bundesländern stammende höchst extrovertierte Spieler – manchmal macht er seinem Namen alle Ehre – zählt aber mit 16:4 Siegen im hinteren Paarkreuz zu den Allerbesten.


Wenn die Gäste aus Hilpoltstein eine Chance haben wollen, müssen sie, anders als bei der etwas unglücklichen 7:9-Niederlage am letzten Wochenende gegen Frickenhausen, gerade in der Spitze einiges „putzen“. Alexander Flemming (15:15) und Nico Christ (12:18) sind zwar immer noch die beiden besten deutschen Spieler im vorderen Paarkreuz, um zu punkten, brauchen sie gegen die erfahrenen Vollprofis aus Mühlhausen jedoch mindestens ihre Leistung von den deutschen Meisterschaften. Auch Arne Hölter (13:15) muss den kleinen Rückschlag vom vergangenen Wochenende wegstecken, Dennis Dickhardts (13:13) Leistung  hingegen lässt auf eine Formverbesserung hoffen.


Im hinteren Paarkreuz hingegen müssen die Hilpoltsteiner Felix Bindhammer (14:9) und Christoph Schmidl (12:10) zulegen, wenn für die Gäste ein Punktgewinn herausspringen soll. Vorentscheidend könnten jedoch die Doppel sein. Hier geht Mühlhausen (35:15 Siege) als Favorit ins Rennen, obwohl gerade das Zweier-Doppel der Hilpoltsteiner (gesamt 25:23) Arne Hölter und Dennis Dickhardt mit ihren Siegen gegen zahlreiche Favoriten in letzter Zeit für Furore sorgt. Alles in allem: Etwas anderes als ein Sieg des Tabellenführers Mühlhausen (31:1 Punkte) gegen den Tabellensechsten Hilpoltstein (17:13) wäre eine dicke Überraschung.