Hilpoltstein (bb) – Es könnte das „Heimspiel des Jahres“ werden. Am Sonntag um 14 Uhr empfangen die Tischtennis-Asse des TV Hilpoltstein in der Stadthalle den TTC Weinheim, aktuell Tabellendritter der 2. Bundesliga Süd. Erst zwei Spiele haben die Badener von der Bergstraße in dieser Saison verloren: 7:9 gegen den Tabellenführer Post SV Mühlhausen und 6:9 gegen den – man glaubt es kaum – TV Hilpoltstein.
Zum letzten Mal mit Sechser-Mannschaften werden die beiden zuschauerstärksten Vereine der 2. Bundesliga aufeinandertreffen, bevor in der nächsten Saison mit Vierer-Mannschaften gespielt wird. Wer so viele Zuschauer hat, ist sich einig: das jetzige Spielsystem gefällt den Fans. Ob das auch die anstehende Bundesligareform tut, steht in den Sternen. Doch sei’s drum: Jetzt gilt’s – jetzt können insgesamt elf deutsche Spieler zeigen, wie attraktiv der Mannschaftssport im Tischtennis sein kann.
Der zwölfte Spieler ist ein junger Belgier: Robin Devos hat nach seinem Wechsel vom 1.FC Saarbrücken zu Weinheim bewiesen, dass er zu den großen Hoffnungen seines Landes zählt. Der Jungspund wird immer besser und zwingt die Stars der Liga immer öfter zu Höchstleistungen. Manchmal reicht auch das nicht: So hat das Supertalent mit Matis Burgis und Michal Bardon beide Spitzenleute des PSV Mühlhausen besiegt. Seinem noch stärker eingeschätzten Landsmann Cedrik Nuytinck ging es vorletzte Woche nicht besser, er unterlag dem ein Jahr jüngeren Jugend-Nationalspieler glatt mit 0:3, so dass Devos vor dem Schlagerspiel am Sonntag mit einer 11:9-Bilanz im vorderen Paarkreuz glänzt – für einen 18-Jährigen fürwahr ein formidables Ergebnis.
Da kann zurzeit nicht mal der ehemalige deutsche Nationalspieler Jörg Schlichter, 28, ganz mithalten, der es wie sein Doppelpartner Alexander Flemming, 25, „nur“ auf eine ausgeglichene Bilanz im Spitzenpaarkreuz bringt. Flemming (11:11), zusammen mit Schlichter (10:10) 2009 deutscher Meister im Herren-Doppel und am letzten Wochenende zum ersten Mal bayerischer Einzelmeister geworden, befindet sich in Bestform und will seine Siege von der Vorrunde gegen die beiden Weinheimer wiederholen – schwer genug wird’s auf jeden Fall.
Das gleiche Kunststück wie der überragende Flemming schaffte in der Vorrunde auch dessen Pendant Nico Christ (8:14), der aus beruflichen Gründen die bayerischen Meisterschaften verpasst hat: zwei Siege gegen das starke vordere Paarkreuz von Weinheim – man wird sehen, ob er diesen Husarenstreich wiederholen kann. Ebenfalls als „Held von Weinheim“ darf sich Felix Bindhammer (10:5) bezeichnen, der zum sensationellen 9:6 in der Vorrunde ebenfalls drei Punkte beigetragen hat: im Doppel zusammen mit Dennis Dickhardt – die beiden wurden gerade bayerische Meister – und im Einzel gegen Björn Baum (11:4) und Tim Klump (7:7), gegen den auch Christoph Schmidl (10:6) einen zum Sieg wichtigen Zähler schaffte.
Gänzlich leer ausgegangen war in der Vorrunde das mittlere Paarkreuz des TV Hilpoltstein. Arne Hölter (8:12), der immer besser wird und als einziger gegen Alex Flemming bei den „Bayerischen“ eine Siegchance und sogar einen Matchball hatte und Dennis Dickhardt (9:9) sinnen auf Revanche – allerdings gegen zwei Mitglieder des deutschen Nationalkaders: Frederick Jost (11:8) war bei den Europa- und Weltmeisterschaften des letzten Jahres wichtiges Mitglied der deutschen Jugendauswahl. Und „Oldtimer“ (49) Guo Hui Wan (10:7) ist zwar gebürtiger Chinese, aber als solcher Stützpunkttrainer in Düsseldorf und Assistenz-Trainer der Damen-Nationalmannschaft – also quasi ein eingedeutschter Profi. Jost und Wan werden für die beiden Hilpoltsteiner eine hohe, aber nicht unschlagbare Hürde bleiben. Das Schlagerspiel wird jedenfalls zum Schlüsselspiel einer erfolgreichen Rückrunde.

