Hilpoltstein (bb) – Es ist das erste Heimspiel des neuen Jahres – und eines, das der TV Hilpoltstein unbedingt gewinnen will. Die Cracks des Tischtennis-Zweitligisten gehen jedenfalls optimistisch in die Begegnung gegen den Tabellenletzten TTC Zugbrücke Grenzau an diesem Sonntag um 14 Uhr in der Stadthalle.
Dass das Match kein Spaziergang für das Bindhammer-Team wird, zeigt das letzte Wochenende: Während Hilpoltstein mit einem Fehlstart (2:9 in Passau) aus der Winterpause kam, fuhr die Reserve aus dem traditionsreichen Bundesliga-Mekka beim Abstiegsrivalen 1.FC Saarbrücken beim 9:5-Erfolg die ersten Punkte ein – allerdings in ungewöhnlich starker Besetzung. Um das Ziel Klassenerhalt doch noch zu schaffen, setzten die Westerwälder sogar den deutschen Nationalspieler Ruwen Filus ein, der erwartungsgemäß drei Punkte machte.
Doch damit nicht genug: Auch der starke Südamerikaner Alberto Mino (21) ist noch einmal in Deutschland angekommen und soll – jetzt mit neuer Aufenthaltsgenehmigung – für die verletzungsgeplagten Pechvögel aus dem Westerwald die Kastanien aus dem Feuer holen. In seinem dritten Spiel – in der Vorrunde hatte er mit Jörg Schlichter (Weinheim) und Frantisek Krcil (Passau) sogar zwei „Hochkaräter“ besiegt – holte er in Saarbrücken ebenfalls einen wichtigen Zähler. Jetzt sind die Grenzauer immerhin punktgleich mit Saarbrücken. Auch wenn sie noch das schlechtere Spielverhältnis aufweisen: Es ist wieder Licht am Ende des Tunnels, denn mit großer Wahrscheinlichkeit wird es nur einen Absteiger aus der 2. Bundesliga geben.
In Hilpoltstein wird Nationalspieler Filus zwar nicht dabei sein, denn er muss zeitgleich in der Erstliga-Mannschaft des TTC antreten, doch auch an den spanischen Neuzugang Alberto Robles (21) haben Alexander Flemming und Nico Christ, die Hilpoltsteiner Spitzenspieler, keine guten Erinnerungen. Beim 9:3-Vorrundensieg in Grenzau verloren sie beide gegen das bis dahin unbeschriebene Blatt am europäischen Tischtennishimmel. Mit dem Equadorianer Mino (bisher 3:3-Siege) und Robles (9:9) verfügen die Gäste also über ein sehr starkes vorderes Paarkreuz.
Die große Schwäche der sympathischen Gäste beginnt in der Mitte. Kein einziger der bisher eingesetzten Spieler hat hier auch nur einen Sieg geholt – ein Desaster, das jedoch leicht erklärbar ist: Sowohl „Kampfnatur“ Dennis Müller (29) als auch Jan Georg Wengel (22) mussten in der Vorrunde alle ihre Spiele wegen Verletzung abschenken, und die aufgerückten jungen Akteure haben noch nicht die Klasse, um im so überaus starken mittleren Paarkreuz zu bestehen. Jetzt ist immerhin Dennis Müller, der Kapitän, wieder einigermaßen fit, so dass man nicht ohne Hoffnung nach Hilpoltstein fährt, wo sich auch die gute Jugendarbeit der Grenzauer auszahlen soll: die beiden Youngster Christopher Simonis (16) und Andrey Semenov (15) werden ihre jetzt schon vorhandene Klasse zeigen. Christoph Schmidl (20) und der gleichaltrige Manuel Hoffmann bei seinem Saison-Debüt müssen sich anstrengen, um die aufstrebenden Talente aus der Tischtennis-Hochburg Grenzau im Zaum zu halten.
Eine Woche vor den bayerischen Einzelmeisterschaften in Altötting ist also durchaus Spannung angesagt. So wollen die Hilpoltsteiner Verantwortlichen kurz vor dem Spiel nicht nur bekannt geben, ob sie in der nächsten Bundesliga-Saison, die ja bereits mit Vierer-Mannschaften ausgetragen wird, dabei sein werden. Auch die Gewinner der wertvollen Preise beim originellen Hilpoltsteiner Tischtennis-Quiz werden ausgelost – ein paar Glückliche wird es also auf jeden Fall geben.

