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Nach Schreckensnachricht Gefahr gebannt

(bb) – Die Schreckensnachricht kam kurz nach sieben Uhr in der Früh: Ein Virus hatte Felix Bindhammer, den derzeitigen Pechvogel des TV Hilpoltstein, zwei Stunden vor der Abfahrt seines Teams nach Fulda flach gelegt. 12 Stunden später dann die frohe Botschaft: Bindhammers Kollegen hatten den plötzlichen Ausfall des Hilpoltsteiner Urgesteins mit großem Kampfgeist ausgeglichen und beim hessischen Rivalen TTC Fulda-Maberzell II einen wertvollen 9:5-Sieg in der 2. Tischtennis-Bundesliga errungen. Die Abstiegsgefahr ist damit wohl endgültig gebannt.

Doch bis es soweit war, mussten die TV-Verantwortlichen ganz schon werkeln – und zittern. In einer Nacht- und Nebelaktion wurde Peter Petrovics, der Spitzenspieler der 2. Hilpoltsteiner Mannschaft, aus dem Bett geholt, von Stefan Hoffmann, seinem „Heimvater“ und Abteilungsleiter des ASV Neumarkt, gesondert nach Fulda kutschiert und sofort nach seinem Einsatz in der Ersten im Eiltempo wieder zurückgebracht, denn abends musste der Ungar seiner eigenen Mannschaft gegen Bad Königshofen zur Verfügung stehen. Das Abenteuer glückte zumindest teilweise.

Obwohl Petrovics in Fulda wegen zu großen Nervosität sowohl an der Seite von Philipp Floritz  im Doppel als auch im Einzel nicht erfolgreich war, beruhigte er jedoch bei seinem Bundesliga-Debut mit ansteckenden Kampfgeist die Nerven seiner Mannschaftskameraden, die durchaus einige kritische Situationen zu überstehen hatten.

Bis zum 5:5 stand das Match auf des Messers Schneide. Das lag vor allem daran, dass der bisher so überzeugende Hilpoltsteiner Spitzenmann Alexander Flemming seinem Prüfungsstress an der Uni Leipzig erneut Tribut zollen musste und überraschend auch gegen „Altmeister“ Hansi Fischer, zu seinen besten Zeiten schon mal deutscher Vizemeister, klar das Nachsehen hatte. Und als Philipp Floritz trotz großer Leistung gegen den überragenden Deutsch-Chinesen Meng, Qing Yu nach fantastischer Aufholjagd insgesamt vier (!) Matchbälle nicht verwerten konnte, begann auf Hilpoltsteiner Seite das große Zittern – zumal sowohl Andras Podpinka als auch Tomas Demek im mittleren Paarkreuz fast zeitgleich mit 0:2 Sätzen in Rückstand gerieten.

Tomas DemekDoch die Routiniers im Hilpoltsteiner Team fingen sich rechtzeitig und sorgten mit zusammen vier Einzel- und zwei Doppelpunkten fast im Alleingang für den am Schluss doch deutlichen Erfolg der Gäste. Daran hatten Floritz mit seinem Sieg gegen Fischer, vor allem aber der diesmal sehr nerven- und wie immer kampfstarke Kapitän Alexander Möst einen großen Anteil. In Abwesenheit seines Freundes Felix Bindhammer setzte der langjährige „Anführer“ des TV Hilpoltstein den Schlusspunkt in einem Match, das dem TV Hilpoltstein doch einen gehörigen Abstand zu den Abstiegsrängen einbrachte. Den will man beim nächsten Heimspiel in 14 Tagen gegen Schlusslicht Sachsen Döbeln noch einmal vergrößern, bevor dann Tabellenführer Tegernheim zum Showdown in die Hilpoltsteiner Stadthallen-Arena kommt. Für Fulda hingegen dürfte es eng werden – Weinheim heißt jetzt der größte Rivale beim Kampf gegen den Abstieg.

Ergebnisse:

TTC Fulda-Maberzell II – TV Hilpoltstein 5:9  Meng/Dziubanski – Floritz/Petrovics 11:3, 7:11, 11:3, 11:8; Fischer/Kosler – Flemming/Podpinka 3:11, 4:11, 12:14; Otto/Mähner – Demek/Möst 9:11, 11:5, 9:11, 11:5, 6:11; Meng – Floritz 11:6, 8:11, 7:11, 11:4, 15:13; Fischer – Flemming 12:10, 11:7, 11:8; Otto – Demek 11:4, 11:9, 7:11, 8:11, 4:11; Dziubanski – Podpinka 11:9, 11:6, 5:11, 2:11, 7:11; Mähner – Petrovics 11:6, 9:11, 11:9, 9:11, 11:3; Kosler – Möst 11:4, 8:11, 14:12, 12:14, 9:11; Meng – Flemming 11:7, 15:13, 11:6; Fischer – Floritz 7:11, 5:11, 11:8, 11:9, 9:11; Otto – Podpinka 11:9, 9:11, 9:11, 9:11; Dziubanski – Demek 3:11, 11:9, 11:13, 7:11; Mähner – Möst 13:11, 6:11, 3:11, 9:11.